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Projekte bei DOMiD

Unsere Projekte

Neben der Museums- und Archivarbeit wurden und werden im Rahmen von Projekten: Bildungsangebote entwickelt, die DOMiD-Sammlung erweitert, Migrationsgeschichten gesammelt und vermittelt sowie zur allgemeinen Reflexion über die Migrationsgesellschaft angeregt.

Haus der Einwanderungsgesellschaft

Pläne für ein Haus der Einwanderungsgesellschaft

Mit dem "Haus der Einwanderungsgesellschaft" entsteht in Köln ein Ort, an dem in Dauer- und Wechselausstellungen gezeigt wird, wie sich Migration in die deutsche Geschichte eingeschrieben hat und unser gesellschaftliches Zusammenleben prägt. Darüber hinaus bietet das Haus als Kultur- und Bildungsstätte Raum für Austausch und Perspektivwechsel, etwa zu Fragen um Identität, Zusammenleben und Teilhabe.

Das Ziel von DOMiD war es seit seiner Gründung ein Museum zu errichten, in dem Migration als Normalfall vermittelt wird. Dieser Plan steht nun vor seiner Verwirklichung. Im Jahr 2019 stellten der Bund und das Land NRW Mittel für das "Haus der Einwanderungsgesellschaft" in ihre Haushalte ein. Es wird mit einer Inbetriebnahme ab 2025 gerechnet.

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Virtuelles Migrationsmuseum

Das Virtuelle Migrationsmuseum veranschaulicht das Thema Migration in 3D. Die Besucher*innen des Museums bewegen sich durch eine fiktive Stadtlandschaft mit neun Gebäuden, die unterschiedlichen Themen gewidmet sind. Darüber hinaus reisen sie durch die Zeit, indem sie zwischen drei Epochen wechseln können.

Auf der Webseite des Virtuellen Migrationsmuseums stehen aktualisierte Versionen für unterschiedliche Endgeräte zum Download zur Verfügung. So lässt sich das Museum auf dem Desktop-Computer zu Hause, auf dem Handy in der Bahn oder auch auf dem Tablet im Geschichtsunterricht in der Schule besuchen.

Das Projekt wurde gefördert durch die Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) und den Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Das "Virtuelle Migrationsmuseum" wurde ausgezeichnet mit dem "DigAMus Award 2020" in der Kategorie "Inklusion und Integration".

Website des Virtuellen Migrationsmuseums

"Gemeinsam unterwegs? Geschichte(n) der Migrationsgesellschaft / #Meinwanderungsland

Nach dem Motto „Jede Geschichte zählt“ wurde das großangelegte Vermittlungs-Projekt #Meinwanderungsland „Gemeinsam unterwegs? Geschichte(n) der Migrationsgesellschaft“ zwischen Dezember 2017 bis September 2020 realisiert. Im Mittelpunkt der ersten Projektphase stand eine Tour durch das ganze Bundesgebiet. Auf öffentlichen Plätzen gab das Team Einblicke in die DOMiD-Sammlung und tauschte sich mit Passant*innen über das Thema Migration aus. Zusammen mit lokalen Kooperationspartner*innen wurden zudem Veranstaltungen, Workshops und Stadtrundgänge organisiert. Darüberhinaus konzipierte das Team zwei Workshops: „Mit Objekten lernen – Rassismus begreifen“ und „Migration als Normalfall – Multiperspektivisch und transkulturell berichten“.

In der zweiten Projektphase passte sich das Projekt der Bedingungen der Corona-Pandemie an. Trotz erheblicher Einschränkungen wurden innovative Veranstaltungs- und Vermittlungsformate entwickelt sowie die digitalen Aktivitäten des Projekts weiter ausgebaut.

Gefördert wurde das Projekt von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration und Flüchtlinge und Integration.

Ein Fachbeitrag zum Outreach-Projekt "Meinwanderungsland" verfasst von Dr. Caroline Authaler (ehemal. Projektleiterin) und Bebero Lehmann (ehemal. Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/stellv. Projektleiterin) findet sich in den Kulturpolitischen Mitteilungen der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V., "Streitfall Erinnerungskultur", Heft 171, IV/2020.

Das Projekt "Meinwanderungsland" wurde ausgezeichnet mit dem kulturpolitischen Zukunftspreis "Kulturgestalten 2021" in der Kategorie "Einzelprojekte".

Zur Homepage von "Meinwanderungsland"

Rückblick: eine Auswahl unserer Projekte

#1 Memory Lab – Labor für kollektive Erinnerungspraktiken | 2019

Das Memory Lab fand im Jahr 2019 als diskursiv-performatives und kollektives Erinnerungslabor statt. Es bestand aus Vorträgen, Salons, Lecture Performances und Versammlungen, die unterschiedliche Praktiken des Erinnerns und Archivierens im Zeitalter der Digitalisierung und Migration befragten, erprobten und reflektierten.

Ausgehend von der Kritik an einer dominant codierten Erinnerungspolitik in Deutschland und Europa, die sich entlang eines nationalstaatlichen Diskurses auffächert, wollte das Programm grundsätzliche Debatten zu‚ umkämpften Erinnerungen’ anstoßen und darüber hinaus das Verhältnis zwischen einem privaten, öffentlichen sowie kollektiven Gedächtnis diskutieren.

Zunehmend werden Forderungen nach neuen, alternativen Formen der Erinnerungskultur laut, die es vermögen, hegemoniale Geschichtsnarrative gegen den Strich zu bürsten – sowohl auf struktureller, institutioneller als auch inhaltlich und formal-ästhetischer Ebene. Dabei sind es in den letzten Jahren insbesondere queere, feministische, migrantische oder rassifizierte Gruppen und Bewegungen, die alternative Erinnerungspolitiken zunehmend in den städtischen Raum tragen: Sie errichten ‚Archive von unten’, nehmen bestehende Sammlungen und Institutionen kritisch unter die Lupe, fordern Straßenumbenennungen und vieles mehr. Diese alternativen Archivierungs- und Erinnerungspraktiken wenden sich vom konventionellen Sammeln, Ordnen und Bewahren von Spuren oder Dokumenten ab, zugunsten einer Praxis, die flüchtig, performativ und nicht auf Vollständigkeit ausgerichtet ist. Damit geht eine Dekonstruktion des klassischen Archivbegriffs einher, weg vom Speichersystem hin zu einer sozialen Praxis, die Aussagen und Artikulationen derjenigen stark macht, die auf der Bühne des Welttheaters keine Stimme haben.

Das Memory Lab knüpfte an diese interventionistische Haltung an und ging noch einen Schritt weiter: es erklärte Jede und Jeden zu öffentlichen Historiker*innen und Expert*innen für Erinnerung. Gemeinsam mit DOMiD und weiteren Partner*innen suchte die Akademie der Künste der Welt Räume der Vergemeinschaftung auf und fragte, in welcher Weise Archive, verstanden als ‚Living Archives’, solidarische Orte der Aushandlung für eine Beförderung der Gesellschaft der Vielen sein können.

Memory Lab wurde kuratiert von Aurora Rodonò und war eine Veranstaltung der Akademie der Künste der Welt/Köln in Kooperation mit DOMiD e.V., artrmx e.V., atelier automatique, CityLeaks Urban Art Festival, Amt für Weiterbildung (VHS) der Stadt Köln und Atelierzentrum Ehrenfeld.

#2 Bizim Veedel – Kurzfilmprojekt in Köln-Ehrenfeld | 2019

Der Stadtteil Ehrenfeld in Köln blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – vom ehemaligen Industriestandort und Arbeiterviertel bis zum heutigen bunten, multikulturellen Szeneviertel – das Viertel ist Heimat vieler Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Ein Ort, der viele Heimaten in sich birgt. Auch viele Menschen aus der Türkei haben in Ehrenfeld ein Zuhause.

Wie war das Ankommen vor 50 Jahren, wie heute?

NEOLA art projects e.V. stellte mit einer Gruppe von Jugendlichen die Frage: Was bedeutet Heimat überhaupt? Wie und wo finden wir sie oder sie uns? Die Gruppe sich kritisch mit dem Begriff auseinander und entdeckte „bizim veedel“ – unser Viertel Ehrenfeld – filmisch. Welche Orte, Menschen und Geschichten können von alten, neuen und diversen Heimaten erzählen? In Teams erarbeiteten die Jugendlichen mit professioneller Begleitung Kurzfilme, welche über verschiedene Wege der Heimatsuche, Heimatgestaltung und Erinnerung erzählen.

Die Ergebnisse wurden wir im Juni 2019 zusammen mit dem Kooperationspartner DOMiD in einer Ausstellung im Bunker K101 in der Körnerstraße in Ehrenfeld präsentiert.

#3 Refugee Stories Collection – jede Geschichte zählt! | 2017/2018

Ein englischer Titel, drei Wörter und eine einfache Idee: Die Geschichten derjenigen zu sammeln, die seit Mitte 2015 nach Nordrhein-Westfalen geflüchtet sind. Mit dem „Refugee Stories Collection“-Projekt dokumentierte DOMiD in den Jahren 2017 und 2018 die Erlebnisse und Erfahrungen von 71 Menschen, deren Flucht sie nach NRW führte. Es wurden sowohl Hintergründe, Ursachen und Fluchtumstände erfragt, als auch die aktuellen Lebensumstände seit ihrer Ankunft in Deutschland beleuchtet.

Dabei stand vor allem ein Perspektivwechsel im Vordergrund: drei wissenschaftliche Mitarbeiter*innen mit eigenem Fluchthintergrund führten Interviews, sammelten Objekte und Fotos. Jonatan Bekele, Sahra Camal und Sami Dzemailovski setzten auf diese Weise in Zusammenarbeit mit DOMiD und der Projektkoordinatorin Elisabeth Pütz ein starkes Signal für mehr gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten, vor allem bei der Narration von persönlichen Geschichten.

Ziel des Projekts war von Beginn an, durch die Aufarbeitung Wissen und Verständnis zu vermitteln, aber auch Empathie und Solidarität zu schaffen. So wird nicht nur die aktuelle Situation der Geflüchteten zugänglich und sichtbar gemacht, sondern neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch Implikationen für den Umgang mit Geflüchteten auf politischer und gesellschaftlicher Ebene geliefert.

Die Publikation „Refugee Stories Collection – Jede Geschichte zählt!“ gewährt einen Einblick in die geführten Interviews und gesammelten Materialien.

Sie steht auf unseren Webseiten zum Download zur Verfügung.

#4 Blickwechsel Deutschland-Frankreich | 2016

Die Ausstellung „Blickwechsel Deutschland-Frankreich: Immigranten in der Arbeiter- und Sozialgeschichte, 1968-1990“ ist seit März 2016 online. DOMiD unterstützte das Projekt der Association Génériques aus Frankreich mit Fotografien.

Ziel der Ausstellung ist, eine historische Leerstelle zu füllen. Diese besteht darin, dass die Geschichte der Einwanderung von ArbeitsmigrantInnen, sowohl in Deutschland wie auch in Frankreich bisher kaum wahrgenommen wurde.

Die Ausstellung versucht, dieser Tatsache entgegenzuwirken, indem sie anhand einer Vielzahl von Archivmaterialien (Plakaten, Zeitschriften, Fotographien, Flugblättern, Videos...) die Geschichte von Menschen, die ihr Herkunftsland zwischen 1968 und 1990 verließen, um in der deutschen und französischen Industrie zu arbeiten, schlaglichtartig nachzeichnet.

Association Génériques hat die Online-Ausstellung erstellt und DOMiD unterstützte das Projekt mit Archivmaterial zum deutschen Kontext. Der Verein Génériques setzt sich seit 1987 für den Erhalt, die Bewahrung und Sichtbarkeitsmachung der migrantischen Geschichte in Frankreich und Europa ein. Gefördert wurde das Projekt vom Deutsch-Französisches Jugendwerk.

Zur Ausstellung geht es hier.

#5 DOMiD macht Schule | 2013

Das Pilotprojekt „DOMiD macht Schule“ realisierte DOMiD gemeinsam mit der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Leverkusen. Den Rahmen der Zusammenarbeit bildete eine Bildungspartnerschaft innerhalb des Förderprogramms „Archiv und Schule“ des NRW-Landesministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Ein Ergebnis des Projekts ist eine Materialsammlung, die als Basis für den Themenkomplex „deutsche Migrationsgeschichte“ in schulischer Arbeit eingesetzt werden kann. Die Arbeitsmaterialien sind insbesondere für das Unterrichtsfach Geschichte der Sekundarstufen I und II aller Schulformen konzipiert. Ausgewählte Themenblöcke können jedoch auch in Fächern wie Sozialwissenschaften, Politik, Ethik, Erdkunde, Praktische Philosophie, Religion oder Deutsch oder fächerübergreifend angeboten werden.

Das Besondere an diesem Projekt war, dass für die Schüler*innen die Möglichkeit bestand, mit unterschiedlichen Materialien aus der Sammlung von DOMiD zu arbeiten. Das umfasste Fotos, Dokumente, Film- und Tonaufnahmen, Zeitzeug*inneninterviews, Zeitungsartikel und andere museale Objekte. Auf diese Weise wurde das Thema Migration „erfahrbar“ gemacht und Geschichte spannend und außergewöhnlich vermittelt. Das Projekt ermöglichte darüber hinaus, das Archiv als historischen Fundus kennenzulernen und bot einen Einblick in die Archivarbeit: Die Schüler*innengruppen konnten an einer Führung durch unsere Archivräume und Depots teilnehmen.

Im Anschluss an die Workshops mit DOMiD präsentierten die Schüler*innen des Projektkurses der Oberstufe eine Ausstellung in ihrer Schule. Diese Ausstellung zeigte ausschließlich Exponate, Fotografien und Zeitzeug*inneninterviews, die die Schüler*innen selbst recherchiert bzw. durchgeführt haben.

Das Projekt erreichte eine Sensibilisierung für die Migrationsgeschichte, die unumstritten Teil der Geschichte Deutschlands ist, und ermutigte, einen verständnis- und verantwortungsvollen Umgang mit Mitmenschen zu pflegen. Die Schüler*innen mit eigener Migrationsgeschichte wurden in ihrer Identitätsfindung gestärkt.

Für die Schüler*innen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule war es der erste Besuch in einem Archiv. Sie und ebenso die Lehrer*innen empfanden die Arbeit im Archiv als besonders anregend und authentisch. Die Zusammenarbeit mit der Schule hat sehr gut funktioniert, so dass weitere gemeinsame Projekte bereits in Planung sind.

Bei Interesse können die Schulmaterialien unten auf der Seite heruntergeladen werden.

#6 Projekt Migration | 2005/06

DOMiD realisierte das "Projekt Migration" in Kooperation mit dem Kölnischen Kunstverein, dem Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Frankfurt am Main sowie dem Institut für Theorie der Gestaltung und Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Förderer war die Kulturstiftung des Bundes.

Das Projekt umfasste eine Vielzahl von Forschungsprojekten, Kunstaktionen, Veranstaltungen und Filmprogrammen. Im Fokus dieser Arbeiten standen die Geschichte der Arbeitsmigration seit den 1950er Jahren sowie die durch diese Wanderungsbewegungen ausgelösten gesellschaftlichen Veränderungen.

Zu der Vielzahl von durchgeführten Veranstaltungen und Aktionen zählte auch eine Ausstellung. Sie war von Herbst 2005 bis Anfang des Jahres 2006 an vier zentralen Orten in Köln zu sehen. Anlass bildete der 50. Jahrestag des deutsch-italienischen Anwerbevertrages am 20.12.2005. Er markierte den formalisierten Beginn von Migrationen zwischen verschiedenen Mittelmeerstaaten sowie Portugal und Deutschland.

Die Ausstellung stellte die gesellschaftsverändernden Wirkungen von Migration in den Mittelpunkt. So präsentierte sie ein von Migration mitgestaltetes Deutschland und Europa. Darüber hinaus entwickelte sie aus der Betrachtung der Geschichte und Gegenwart heraus die Frage nach dem Zukunftspotential von Migration.

Ein mehrsprachiger Katalog im DuMont Verlag ergänzte die Ausstellung. Er umfasst fotografisches und künstlerisches Bildmaterial, Dokumente und Interviews sowie Essays internationaler WissenschaftlerInnen. Für seine außergewöhnliche Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung wurde er 2005 mit dem Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.

Der Katalog kann über DOMiD bezogen werden.

  • Unterrichtsmaterial | DOMiD macht Schule | DE

    Unterrichtsmaterial | DOMiD macht Schule | DE

    PDF / 13 MB

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